Paul Auster über „Wie entwickele ich mich weiter“

In seinem Buch „From Hand to Mouth“ berichtet der berühmte Autor Paul Auster über die Zeit als er noch nicht bekannt war und sogar am Hungertuch nagte. Mit 19 Jahren arbeitete er in verschiedenen Gelegenheitsarbeiten und dazu schreibt er:
To work is also about learning who a person is and how he fits into the world. By having characters around and interacting.
Weiterentwickeln tut man sich im Leben automatisch. Und das zumeist durch Arbeit oder Studium. Man lernt Leute unterschiedlicher Art kennen und sich mit ihnen auszutauschen. Oder halt auch nicht. 🙂
Wer allein schon mit völlig unterschiedlichen Charaktären zusammenarbeitet, kann das mögen oder ablehnen. Trotzdem hinterlassen diese Eindrücke einen Einfluss auf die eigene Persönlichkeit, denn es ist gut, nicht nur ständig mit Leuten, die so ticken wie man selber, zusammen zu sein.

Eigenes Business, positive Entwicklung und Selbstständigkeit für Kinder aus kaputten Familien

Eine Problematik, die weder im digitalen Nomadentum noch in der Persönlichkeitsentwicklung zur Sprache kommt:
Wie schaut es mit Kindern und Jugendlichen aus kaputten Familien aus? Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Missbrauch litten und denen häusliche Gewalt nicht unbekannt ist. Familien, wo Vater oder Mutter Alkoholiker sind und wo überhaupt alles schief zu laufen scheint.
Wie kann jemand einen Online – Persönlichkeitsentwicklungskurs oder sonstige Kurse kaufen, wenn die Eltern gerade mal mit Hartz IV überleben und man Mitte des Monats zur Tafel gehen muss? Familien, in denen die Kinder mit der Mutter des Morgens Zeitungen austragen, nur damit mittags etwas Essbares auf dem Tisch steht?
Welche Chance haben diese Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt oder überhaupt im soviel gepriesenen Online – Leben? All die Gurus und Youtube – Helden scheinen ja aus perfekt intakten Familien zu kommen, wo die Eltern Geld haben und ihre Sprösslinge nie Zeitungen austragen mussten.
Wie macht man diesen Jugendlichen Mut für die Zukunft oder werden sie bereits im Vorfeld als Asoziale abgestempelt? Letzteres wäre nur allzu schade, denn jeder Mensch kann sich weiterentwickeln und etwas aus sich machen.
Aber muss man zwangsläufig um etwas zu sein, gleich aufs Gymnasium gehen und später Karriere machen? Die Antwort lautet NEIN, denn allein wer arbeiten geht und seinen Lebensunterhalt verdient, hat etwas aus sich gemacht. Egal, ob als Klofrau, auf dem Bau oder im Einzelhandel. Meine Tante pflegte stets zu sagen: „Für Arbeit braucht man sich nicht schämen!“
Die Leute, die kein Geld für Online – Kurse und Sonstiges haben, brauchen sich genauso wenig zu schämen. All die Infos, welche Euch die Kurse bieten, findet Ihr bei genauem Suchen eh kostenlos im Netz.
Kinder und Jugendliche aus kaputten Familien sollten, trotz allem, niemals aufgeben und einfach alles hinwerfen. Es ist bestimmt nicht leicht, aber es gibt Bibliotheken, wo man nebenher lernen kann. Vielleicht habt Ihr auch in der Schule die Möglichkeit, kostenlos im Internet zu surfen und Euch so unterschiedliches Wissen anzueignen.
Genau weiß auch ich nicht, was ich solchen Leuten raten soll, doch finde ich, dass man sie nicht vergessen darf. Meiner Meinung nach haben derlei Jugendliche mehr Erfahrungen im Leben gemacht als alle anderen zusammen. Und die Weiterentwicklung liegt bei ihnen auf einer wesentlich höheren Stufe, denn sie mussten bereits in jungen Jahren sehr viel kämpfen.

Ist die Persönlichkeitsentwicklungsindustrie nichts weiter als Abzocke?

Einen lesenswerten Artikel zum Thema ABZOCKE IN DER PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNGSINDUSTRIE findet Ihr hier:
https://www.psychologytoday.com/blog/the-power-prime/201104/personal-growth-is-the-self-help-industry-fraud
Am Ende liegt es an jedem Menschen selbst, ob und wie er sich entwickelt. Hinzu kommen ganz klar die äußeren Umstände wie das persönliche Umfeld, die Stärke des eigenen Willens genauso wie die Gesundheit. Auf diese individuellen Bedingungen nehmen Persönlichkeitsentwickler keinerlei Rücksicht, denn es wird automatisch davon ausgegangen, dass jeder, der da zuhört oder zuschaut, sich weiterentwickeln will. Ihm fehlen halt nur Motivation und Willensstärke.
Der Suchende kann dementsprechene Motivationsvideos anschauen noch und nöcher. Am Tag danach verfällt er voraussichtlich wieder in den altbekannten Trott und nimmt sich vor, noch mehr Videos anzusehen. Wo der eigene Wille fehlt, hilft auch kein teurer Kurs oder ein Buch. Genau das nutzen die selbsternannten Personal Development Gurus aus und machen mit den Schwächen der anderen Kasse.
Und wie entwickelt man sich nun oder schafft es, aus dem motivationslosen Trott auszubrechen? Indem man sich ganz kleine erreichbare Ziele setzt. Ziele, bei denen man weiß, dass man sie erreichen kann.

Wie genau soll man sich denn persönlich weiterentwickeln und wie wird Erfolg definiert?

Der amerikanische Warren Buffett sagt etwas ganz Interessantes:
Erfolg im Leben wird nicht an Geld und Macht gemessen, sondern am persönlichen Wohlbefinden. An der Familie und guten Freunden. Wer Letzteres hat, der ist wirklich erfolgreich im Leben.
Geld und Karriere kann man innerhalb von Sekunden verlieren. Familie und Freunde schlimmstenfalls auch, doch im Regelfall bleibt einem dies erhalten.
Geld und Karriere sind vergänglich und absolut kein Garant für ein glückliches und zufriedenes Leben. Was dagegen zählt, sind andere Werte. Je älter man wird, desto mehr wird einem das bewusst.
Es vergeht kein einziger Tag, an dem sich ein Mensch nicht weiterentwickelt. Meistens tun wir dies im Umgang mit anderen Menschen. Insbesondere im Berufs – Schul – oder Unileben. Wenn wir jedoch nur Bücher lesen und uns mit Leuten umgeben, die zu allem Ja und Amen sagen, so bewegen wir uns auf der Stelle.
Das Leben besteht nun einmal aus angenehmen und weniger angenehmen Dingen und Situationen.
Warum wohl?
Damit wir all das meistern und uns nicht in unserer eigenen Welt verkriechen. Egal, wie mies unser Leben gerade sein mag, stets sollten wir uns auf unsere positiven Werte konzentrieren und uns selber niemals abwerten!