Das Geschäft mit den Online – Kongressen

Man stelle sich folgende Szenerie vor: Ein kleiner Blogger oder Youtuber kommt auf die Idee, einen Online – Kongress zu starten. Genau das wird einem aktuell von unzähligen Online Marketing Leuten propagandiert: Business Idee – ONLINE KONGRESS und man könne auf diese Weise eine Menge Geld verdienen.
Da stelle ich mir logischerweise die Frage: Wie genau soll das funktionieren? Und vor allem ohne Eigenkapital, was man allein schon braucht, um eventuell eine Lokalität anzumieten.
Ein Blogger, der da selbst 1000 oder mehr Klicks pro Tag generiert, wird kaum diverse Massen zu seinem Online Kongress bewegen. Warum sollten die Leute auch kommen und Eintritt zahlen, wenn der Blogger, Vlogger, Youtuber oder was auch immer, seinen Content eh kostenlos ins Netz stellt?
Wie bekommt ein stinknormaler Blogger / Youtuber, der da keine Hunderttausend Follower / Klicks hat, an Leute, die zu seinem Kongress kommen? Ohne viel Geld in massenhaft Werbung zu investieren, geht da gar nichts. Und was, wenn letztendlich 10 – 25 Leute da sind? Wo bleibt da der angepriesene Gewinn mit dem eigenen Business?
Eines sollte für Menschen, die sich selbstständig machen wollen, klar sein: Nicht jeder kann das und nicht jeder wird erfolgreich. So ist nun mal das Leben.
Was mir immer wieder in Youtube Kommentaren unter Videos von Online Marketing Youtubern auffällt: Junge Leute, oft aus dem Call Center – Bereich, haben die Schnauze voll von der regulären Arbeitswelt und wollen ihr eigenes Online Business starten. Hauptsache frei sein und keinen Vorgesetzten mehr, der sie drangsaliert. In Youtube Videos wird ja alles so einfach dargestellt und der Absatz mit Online Kursen läuft. Da verlangt die Rohkostfamilie für ihren Online Kongress Kurs ganze 1400 Euro bzw. 1600 Dollar. Und welche Infos kriegt man letztendlich dafür, die man eh schon kostenlos auf Youtube finden kann?
Mit den Kongressen wird niemand reich und die Einzigen, die daran verdienen, sind die Leute, die nutzlose Kurse verkaufen, andere mit Versprechungen locken und abzocken.
Hier ein detaillierter Bericht zum Thema: Online – Kongresse:
https://katharina-dill.de/2016/07/die-schattenseiten-der-online-kongresse/
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Finanzielle Freiheit und Selbstständigkeit erreichen durch das, was wir gerne tun

Egal, ob auf Youtube oder diversen Blogs, besonders junge Leute zieht es zum Thema Finanzielle Freiheit. Am besten noch schnell und ohne viel dafür tun zu müssen.
Angebot bestimmt bekanntlich die Nachfrage und so reden Online Marketing und Persönlichkeitsentwicklungs – Gurus unaufhörlich davon, sich möglichst schnell selbstständig zu machen.
Egal wie, und viel Eigenkapital sei auch nicht erforderlich. Man solle einfach das machen, was man gerne tut, damit die Motivation hoch ist. Und wer gar nicht weiß, mit was er anfangen soll, der verkaufe T – Shirts. Eigenes Online Business mit T – Shirt Verkauf. Alles sei doch so easy!
Ich stelle mir dann jedesmal die Masse von Leuten vor, dich anfangen, T – Shirts zu bedrucken und zu verkaufen. Das Angebot dürfte die Nachfrage weit übertreffen. Jeder, der keine Ahnung hat, soll dann einfach ins Online T – Shirt Business einsteigen und mit ein bißchen Facebook oder Instagram Werbung laufe das Business von allein.
Überhaupt solle man schnell ein Business starten. Und zwar mit dem, was einem Spaß macht.
Das, was dabei unerwähnt bleibt ist, dass nicht jeder Mensch zur Selbstständigkeit geeignet ist und, dass nicht alles, was mir Spaß macht, mich letztendlich auch ernährt. Ein eigenes Business kann mir totalen Spaß machen und ich kann rackern, wie ich will. Wenn ich jedoch nur 100 Euro pro Monat verdiene und meine Fixkosten nicht zahlen kann, lande ich auf der Straße.
Wer will, der kann gerne das machen, was ihm Spaß macht. Nur muss er sehen, dass ihn die Idee auch ernährt. Alleine vom T – Shirt oder Briefmarkenverkauf wird niemand leben können. Es sei denn, beim Produkt handelt es sich um etwas Außerordentliches. Dies aber ist in der Realität kaum der Fall.
Und Nein, ich bin nicht negativ, sondern realistisch! 🙂

Selbstständig machen ohne Eigenkapital und kaufmännische Kenntnisse?

Wer eine Existenzgründung plant und sich zudem noch Räumlichkeiten mietet, der MUSS über eine größere Summe an Eigenkapital verfügen. Online Marketing Scammer wie Youtuber Robert Gladitz hingegen suggerieren ihrem meist jungen unerfahrenem Klientel, dass alles möglich sei. Eigentkapital? Egal, denn es gibt ja Crowdfunding. Kaufmännisches Wissen bzw. Erfahrung? Braucht man nicht, denn man muss halt nur an seinen Erfolg glauben. Businessplan? Ist doch eh wurscht, denn man ist ja hochmotiviert. Wer gerade einmal die erste Miete und die Kaution per Crowdfunding zusammenbekommt, gleichzeitig aber ohne Büromöbel und jeglichem Equipment dasteht, der bittet dann halt sein Klientel um kostenlose Sachspenden. So einfach geht das heute.
Die Realität zeigt, dass kleine Existenzgründer, insbesondere jene, ohne richtigem Produkt und Konzept und ohne ausreichendem Eigenkapital nicht lange überleben. Wer sich vorerst mit seiner eigenen Wohnung oder der berühmten Garage als Räumlichkeit zufrieden gibt, hat eine Chance, Kosten zu sparen. Als blutiger Anfänger auf dicke Hose machen und riesige Räumlichkeiten anzumieten, ist zwar beliebt, doch scheitert die Mehrheit bereits an den fälligen Mietzahlungen. Anstatt sich vor einer Gründung mit der IHK oder einem Kaufmann zu beraten, übernehmen sich die Gründer.
Als BWLer kann ich von derlei unbedarften Aktionen nur abraten. Wer gründen will, der sollte dies zu Beginn in einem kleinen Rahmen tun und schauen, dass er zumindest kostendeckend arbeitet. In den ersten Jahren ist es wichtig, die Kosten reinzubekommen. Gewinne stellen sich erst nach einem längeren Zeitraum ein und bis dahin sichert das Eigenkapital ab.
Mit „kleinem Rahmen“ meine ich, dass vorerst der Job nicht gekündigt wird und das Online Business (oder was auch immer) nebenher läuft. Stellt sich der Erfolg ein, kann immer noch kalkuliert werden, ob sich die Aufgabe eines festen Arbeitsplatzes lohnt. Allerdings zeigt sich das erst im späteren Verlauf.
Okay, wer kurzfristig irgendwie abzocken will, der kann auch ohne Businessplan loslegen. Wer dagegen langfristig denkt und sich ebenso langfristig eine Existenz aufbauen will, der muss sich gründlichst informieren. Vom Finanzamt bis hin zu kostenlosen IHK oder jeglichen OFFIZIELLEN Gründerkursen. Damit meine ich jedoch keine Scammer Kurse auf Youtube oder sonst im Internet.

Ausbildung sausen lassen, um als digitaler Nomade zu leben?

Wenn man sich im Internet so umschaut, scheint es unter jungen Leuten aus Deutschland einen Trend zu geben, nach dem Schulabschluss (von welcher Schule auch immer) ein Online Business aufzumachen oder gar Youtuber zu werden. Online Marketing Gurus samt der subversiven DNX – Gemeinde aller digitaler Nomaden propagandieren die Selbstständigkeit. Einen Beruf erlernen oder Studium? Das sei alles überflüssig, denn man könne heutzutage eh alles googeln. Stattdessen sollen die Leute lieber sofort ihren Traum der Unabhängigkeit leben und bei Conni Biesalski, Ka Sundance, Chris Stelljes, Robert Gladitz und wie sie alle heißen, einen Onlinekurs kaufen. Und zwar für teures Geld. 
Wie weit aber kommt man in unserer Welt ohne Berufsausbildung? Die Antwort lautet: Nicht sehr weit!
Was, wenn es mit der Onlinekarriere nicht klappt? Und falls ja oder eben doch nicht, was, wenn Ihr einmal in einem anderen Land leben wollt? So richtig in ein anderes Land einwandern und nicht einfach nur befristet hinziehen?
Die USA, Kanada, Australien oder Südafrika fragen nach dem Beruf des Einwanderungswilligen. Kommt einer ohne abgeschlossene Berufsausbildung daher, wird er automatisch abgelehnt. Gute Bildung, Berufsausbildung oder Studium sind in der heutigen Zeit extrem wichtig. Dabei ist es egal, ob jemand Bauarbeiter, Werkzeugmacher, Friseur oder Programmierer ist. 
Wer dagegen kommt uns sagt: „Ja, eh, selbstständig, digitaler Nomade, Online Business, was mit Medien und man versucht halt was …“, der kommt im internationalen Wettbewerb nicht weit. Ka Sundance, Chris Stelljes & Co. seid Ihr egal, denn die wirtschaften allein in ihren eigenen Geldbeutel. Lasst Euch also nicht von irgendwelchen leeren Versprechungen einwickeln und verbessert Eure Chancen lieber durch Bildung und Beruf.

An alle Unbedarften, die sich ENTREPRENEUR nennen

Unter jungen Deutschen ist es momental total IN, sich sein eigenes Online Business aufzubauen. So jedenfalls meint man, kann massig Geld verdient werden. Selbst Teenager wollen einem heutzutage MINDSET verkaufen. 
Die breite Masse endet damit, dass ihr Business daraus besteht, anderen kostenpflichtig zu vermitteln, wie diese wiederum ihr eigenes Business aufbauen können. Jeder Unbedarfte kann dazu heutzutage schwachsinnige Ebooks verfassen oder einen Youtube Kanal eröffnen. 
Wenn man sich die Masse der Persönlichkeitsentwickler, Online Marketers sowie weitere Selbstvermarkter auf Youtube einmal anschaut, wird schnell klar, dass keinerlei fundiertes Wissen über irgendetwas dahintersteht. Die Lebenserfahrung fehlt, denn der Youtuber lebt in seiner eigenen kleinen Online Marketing Blase und kommt kaum in Kontakt mit der realen Arbeitswelt. Folglich bastelt sich jeder Anbieter seine eigene Wahrheit zurecht, die da kaum etwas mit der Realität zu tun hat. Wenn es selbst schon allein an der Motivation zur Selbstständigkeit hapert, dann ist es absolut schwachsinnig, sich solch ein Ziel zu setzen.
Kolja Barghoorn hat dazu wahre Worte gesprochen, die man nicht weiter kommentieren muss: 

 

Müssen Internet Marketing Leute immer jung sein?

Wahrscheinlich liegt es an meinem Alter, denn ich muss sagen, dass ich älteren Marketing Leuten wesentlich mehr zutraue als irgendwelchen Hipstern oder Leute knapp über Dreißig. Die meisten von diesen Youngsters haben noch dazu weder eine Berufsausbildung, ein Studium noch haben sie jemals richtig gearbeitet. Was also will mir so ein Typ ohne Wissen und Erfahrung vom Business erzählen?
Wer sich auf Youtube umschaut und glaubwürdige Erfahrungsberichte sucht, der gehe auf den Kanal des Horst Lüning. Herr Lüning hat, zusammen mit seiner Frau, ein Online Business aufgebaut. Und das sehr erfolgreich, denn sie verkaufen Whiskey aller Art. Eine profitable Geschäftsidee und kein weiteres Wischiwaschi – Startup.
Leute wie Horst Lüning bringen eine ganze Menge Erfahrung in ihre Youtube Videos ein und das kommt an. Dagegen sind junge Online Marketing Scammer, die nur schnell Geld durch diverse Kurse absahnen wollen, kleine dumme Fische. Mit den sinnlos überteuerten Kursen können sie Teenager abzocken, doch wer älter ist und hilfreiche Informationen sucht, schaut sich bei Leuten um, die sich auskennen und etwas zu sagen haben.
Hier findet Ihr einen lesenswerten Artikel zum Thema “Ob Internet Marketers immer jung sein müssen”:
https://www.brandeins.de/archiv/2008/marketing/warum-muessen-marketingleute-immer-jung-sein/

Faszination Digitaler Nomade

Neulich las ich den Kommentar eines 16 – Jährigen unter einem Youtube Video:
„Ich habe keine Lust auf einen 9 / 5 Job und würde stattdessen lieber als digitaler Nomade die Welt bereisen und online Geld verdienen.“
Meine Frage diesbezüglich: Wie denn? Was kann der Typ?
Nehmen wir an, er fährt ins Ausland, hockt in irgendeinem Hostel und dann? Woher kommt sein Verdienst und mit wie will er online Geld verdienen?
Herumreisen und Geld verdienen kann sich derjenige erlauben, der einen entsprechenden Beruf hat: Programmierer, Webdesigner, etc. Eine Tätigkeit, die immer Nachfrage findet und die gleichzeitig Professionalität und Disziplin abverlangt. Doch selbst in diesen Branchen muss man sich erst einmal eine Reputation aufbauen.
Was dagegen heute suggeriert wird ist, sein bisheriges Leben aufzugeben und einfach loszureisen. Wer denn so richtig wolle, der schaffe es schon als digitaler Nomade. Und wer nicht, der hat eben selber schuld.
Um diejenigen, die dem egoistischen Rat diverser Online Enterpreneure folgten und scheiterten, kümmert sich kein Mensch. Kleinlaut kehren sich verschämt zu den 9 / 5 Eltern zurück.
Nur schade, dass sie nicht den Mund aufmachen und im Netz über ihre Erfahrungen und falschen Hoffnungen berichten.