Die „Digitale Nomaden – Abzocke“

Ein super geschriebener Artikel zum Thema „Digitale Nomaden“:
https://www.basicthinking.de/blog/2016/06/23/digitale-nomaden-abzocke/
Thailand, Bali oder jetzt auch Kolumbien. All das sind die Hotspots der digitalen Nomaden, da es in diesen Ländern relativ billig ist. Man trifft sich zum Co – Working und überlegt sich neue ebooks oder Kurse, um noch mehr Kundschaft anzuziehen bzw. abzukassieren.
Wo sind eigentlich die richtigen digitalen Nomaden, die noch das Abenteuer suchen? Durch die Wüste ziehen, den Amazonas durchwandern oder auch mal in den Iran, den Irak, nach Oman, in den Libanon oder zu den Saudis fliegen? Stattdessen sitzt man auf Bali, macht Yoga und schlürft aus der Kokosnuss.

Faszination Digitaler Nomade

Neulich las ich den Kommentar eines 16 – Jährigen unter einem Youtube Video:
„Ich habe keine Lust auf einen 9 / 5 Job und würde stattdessen lieber als digitaler Nomade die Welt bereisen und online Geld verdienen.“
Meine Frage diesbezüglich: Wie denn? Was kann der Typ?
Nehmen wir an, er fährt ins Ausland, hockt in irgendeinem Hostel und dann? Woher kommt sein Verdienst und mit wie will er online Geld verdienen?
Herumreisen und Geld verdienen kann sich derjenige erlauben, der einen entsprechenden Beruf hat: Programmierer, Webdesigner, etc. Eine Tätigkeit, die immer Nachfrage findet und die gleichzeitig Professionalität und Disziplin abverlangt. Doch selbst in diesen Branchen muss man sich erst einmal eine Reputation aufbauen.
Was dagegen heute suggeriert wird ist, sein bisheriges Leben aufzugeben und einfach loszureisen. Wer denn so richtig wolle, der schaffe es schon als digitaler Nomade. Und wer nicht, der hat eben selber schuld.
Um diejenigen, die dem egoistischen Rat diverser Online Enterpreneure folgten und scheiterten, kümmert sich kein Mensch. Kleinlaut kehren sich verschämt zu den 9 / 5 Eltern zurück.
Nur schade, dass sie nicht den Mund aufmachen und im Netz über ihre Erfahrungen und falschen Hoffnungen berichten.

Zur alljährlichen DNX (Digitale Nomadenkonferenz): „Ihr da oben, wir da unten“

B“H
Was mich brennend interessieren täte:
Wie viele Teilnehmer der alljährlich im Mai stattfindenden DNX (Digitalen Nomadenkonferenz) es letztendlich schaffen, als Reiseblogger oder was auch immer Geld zu verdienen.
Die Referentenliste der DNX ist in jedem Jahr fast gleich. Diverse Reiseblogger und anderweitige Scammer, welche ihr Haupteinkommen anhand von obskuren Internet – Kursen verdienen, malen dem Publikum die perfekte Traumwelt vor. Unabhängiges Einkommen, vielleicht noch Traumreisen, Lifestyle, blabla. Diese Leute wissen, wie man anderen Träume verkauft. Und wer von uns träumt nicht davon, seinen Job aufzugeben und einfach so unabhängig sein eigenes Business im Internet aufzubauen? Man ist frei und finanziell unabhängig. Nur müsse man halt den Schritt wagen und „Pro“ gehen. Bedeutet, den Job kündigen und sofort sein eigenes Online Business starten. Wer das nicht tut – selber schuld. Und wer keinen Erfolg vorweisen kann – auch selber schuld. Und wer etwas kritisiert, der ist halt neidisch und sonst gar nichts.
Die DNX Referenten, von denen ziemlich viele recht unbedarfte Inhalte von sich geben, stehen auf der Bühne und lassen sich vom Publikum feiern. Letzteres sitzt ehrfürchtig unten vor der Bühne und staunt. Wer hegt nicht den Gedanken, alles aufzugeben, ein Online Business zu gründen, um dann bei der nächsten DNX auch einmal auf der Bühne gefeiert zu werden? Oben stehen die Abzocker und Gaukler und unten die Anhängerschaft mit ihrer Traumwelt.
Was mich daher brennend interessiert:
Wer hat nach der DNX letztendlich seinen Job gekündigt, ein Online Business eingerichtet und ist erfolgreich geworden? Und wer hat all das getan nur um festzustellen, das alles fehlgeschlagen ist und ein großer Fehler war?
Ich denke mir, dass kaum jemand darüber reden will, denn zu groß ist die Scham, gescheitert zu sein und nicht zu denen da oben auf der Bühne zu gehören. Da zieht man es vor zu schweigen und sich anderen Alternativen zuzuwenden. Dabei könnte derjenige durch seine Aussagen andere Leute vor genau diesen Fehlern bewahren.