TRELLO und wie man seine Zeit verschwenden kann

Neulich erst berichtete ein Youtuber über die amerikanische Website TRELLO. Ein kostenloser Dienst, der dem User eine Art Kalender anbietet, um Termine, Ideen oder Projekte zu organisieren. Wobei das Wort KALENDER eigentlich fehl am Platze ist. Vielmehr geht es um Organisation und einige User sind der Ansicht, dass, wenn sie sich ihre Vorhaben aufschreiben, sie automatisch positiver motiviert sind.
Um TRELLO so richtig auszuchecken muss man sich anmelden. Das tat ich und wählte die kostenlose Variante. Für mehr Funktionen und Blabla muss man zahlen. Aber egal, die kostenlose Variante reicht für Otto Normalverbraucher.
Also klickte ich herum und fand Trello gar nicht mal so schlecht. Für Firmen und Projektmanagement kann ich es durchaus empfehlen, doch Otto Normalverbraucher kann, meiner Ansicht nach, nicht viel damit anfangen. Wobei es nicht so sehr ums ANFANGEN geht, sondern darum, dass eine Privatperson wie ich viel zuviel Zeit mit den Termineintragungen verschwendet. Erst alles in Listen eintragen und dann jeden Tag checken, was man vorhat bzw. spontane Ideen niederschreiben.
Wenn ich etwas vorhabe schreibe ich mir das in meinen großen Kalender. Damit meine ich einen richtigen Kalender aus Papier und so. Und wenn mir spontan etwas einfällt, notiere ich mir das auf einem Zettel und trage es daheim in ein kleines Notizbüchlein ein. Ebenfalls bestehend aus richtigem Papier.
Wenn ich erst online gehen und mich bei Trello oder einem anderen Organizer einloggen soll, um dort alles niederzuschreiben, komme ich zu nichts anderem mehr. Online – Anbieter sind mir zu zeitaufwendig und es wird zuviel Zeit mit Eintragungen und Kleinkram verschwendet. Am Ende stehen da lange Listen mit dem, was derjenige tun will. Zum Arbeiten kommen aber tut man kaum, denn es geht zuviel Zeit zum Notieren drauf.
Deswegen löschte ich Trello wieder und verlasse mich lieber auf meinen richtigen Kalender und ein richtiges Notizbuch. So bin ich in zwei Minuten fertig und kann mit der Arbeit bzw. jedem anderen Vorhaben beginnen. Manche Leute aber mögen online Organizer vorziehen, denn wer lange Listen schreibt, bekommt ein tolles Gefühl, schon mal etwas getan zu haben. Am Ende aber ist alles voller Listen und die Arbeit selbst bleibt liegen. 🙂

Minimalismus vs. Konsum

Weder bin ich ein Minimalist, noch der große Konsumfreak. Wenn ich etwas brauche, dann gebe ich Geld aus und kaufe es mir. Wobei ich im Vorfeld genau abwäge, ob ich etwas brauche und wieviel genau mich das kostet. Ob der Gegenstand oder die Dienstleistung das Geld wert sind oder ich nicht auch ohne diesem oder jenem auskommen kann.
Meine Wohnung ist einfach, aber nicht minimalistisch eingerichtet. Ich besitze mehrere Computer, wobei ich diese alle nutze und nichts ungenutzt in der Ecke herumsteht. An Dingen zu hängen, halte ich nicht für verwerflich und das Einzige, was ich manchmal ausmiste, sind Klamotten, die ich nicht mehr trage.
Okay, weniger Besitz bedeutet in gewisser Weise mehr Freiheit im Leben. Andererseits sollte man nicht alles einfach so aufgeben, denn ein Heim bedeutet Sicherheit. Die Sicherheit, sich daheim zu fühlen und einfach einmal die Tür hinter sich zuzumachen und aufzuatmen. In einem, mehr oder weniger, gemütlichem Zuhause wohlgemerkt und nicht in einer leeren Bude.
Ich weiß nicht, warum der Minimalismus in Deutschland so ein riesiges Thema ist. Viele Youtuber, die das predigen, sehe ich am Ende ständig in Restaurants, auf teuren Reisen oder mit teuren Klamotten und elektronischen Gadgets. Wozu da das ganze Gelaber über Minimalismus? Es reicht doch vielmehr aus, wenn ich vor einer Anschaffung kalkuliere und überlege, ob ich das wirklich brauche.

Eigenes Business, positive Entwicklung und Selbstständigkeit für Kinder aus kaputten Familien

Eine Problematik, die weder im digitalen Nomadentum noch in der Persönlichkeitsentwicklung zur Sprache kommt:
Wie schaut es mit Kindern und Jugendlichen aus kaputten Familien aus? Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Missbrauch litten und denen häusliche Gewalt nicht unbekannt ist. Familien, wo Vater oder Mutter Alkoholiker sind und wo überhaupt alles schief zu laufen scheint.
Wie kann jemand einen Online – Persönlichkeitsentwicklungskurs oder sonstige Kurse kaufen, wenn die Eltern gerade mal mit Hartz IV überleben und man Mitte des Monats zur Tafel gehen muss? Familien, in denen die Kinder mit der Mutter des Morgens Zeitungen austragen, nur damit mittags etwas Essbares auf dem Tisch steht?
Welche Chance haben diese Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt oder überhaupt im soviel gepriesenen Online – Leben? All die Gurus und Youtube – Helden scheinen ja aus perfekt intakten Familien zu kommen, wo die Eltern Geld haben und ihre Sprösslinge nie Zeitungen austragen mussten.
Wie macht man diesen Jugendlichen Mut für die Zukunft oder werden sie bereits im Vorfeld als Asoziale abgestempelt? Letzteres wäre nur allzu schade, denn jeder Mensch kann sich weiterentwickeln und etwas aus sich machen.
Aber muss man zwangsläufig um etwas zu sein, gleich aufs Gymnasium gehen und später Karriere machen? Die Antwort lautet NEIN, denn allein wer arbeiten geht und seinen Lebensunterhalt verdient, hat etwas aus sich gemacht. Egal, ob als Klofrau, auf dem Bau oder im Einzelhandel. Meine Tante pflegte stets zu sagen: „Für Arbeit braucht man sich nicht schämen!“
Die Leute, die kein Geld für Online – Kurse und Sonstiges haben, brauchen sich genauso wenig zu schämen. All die Infos, welche Euch die Kurse bieten, findet Ihr bei genauem Suchen eh kostenlos im Netz.
Kinder und Jugendliche aus kaputten Familien sollten, trotz allem, niemals aufgeben und einfach alles hinwerfen. Es ist bestimmt nicht leicht, aber es gibt Bibliotheken, wo man nebenher lernen kann. Vielleicht habt Ihr auch in der Schule die Möglichkeit, kostenlos im Internet zu surfen und Euch so unterschiedliches Wissen anzueignen.
Genau weiß auch ich nicht, was ich solchen Leuten raten soll, doch finde ich, dass man sie nicht vergessen darf. Meiner Meinung nach haben derlei Jugendliche mehr Erfahrungen im Leben gemacht als alle anderen zusammen. Und die Weiterentwicklung liegt bei ihnen auf einer wesentlich höheren Stufe, denn sie mussten bereits in jungen Jahren sehr viel kämpfen.

Wenn Youtuber sich „Auswanderer“ nennen

Auf Youtube fallen mir schon seit geraumer Zeit zwei größere Youtuber auf, die sich damit brüsten, aus Deutschland ausgewandert zu sein. Die eine „Auswandererfamilie“ hält sich in Costa Rica auf und der zweite Youtuber zog nach Mallorca.
Die deutsche Familie, die da in Costa Rica wohnt, lebt in gemieteten Ferienhäusern und muss, zwecks Visaverlängerung, alle drei Monate das Land verlassen. In den deutschen Medien sowohl als auf Youtube jedoch betrachten sie sich als Auswanderer.
Ein anderer Youtuber, der auf Mallorca lebt und dort bei Lidl einkauft, sieht sich ebenfalls als Auswanderer.
Für mich bedeutete die Definition eines Auswanderers stets genau das, was im Duden oder auf Wikipedia angegeben wird:
http://www.duden.de/rechtschreibung/auswandern
https://de.wikipedia.org/wiki/Auswanderung
Jemand verläßt sein Heimatland ohne Wenn und Aber, um sich in einem anderen Land niederzulassen. Um dort Steuern zu zahlen, die Landessprache zu lernen, sich in die Gesellschaft zu integrieren und um die dortige Staatsangehörigkeit anzunehmen. Aus einem Deutschen wird ein Amerikaner, Spanier, Argentinier oder was auch immer.
Was Auswandern nicht bedeutet ist, lediglich in ein EU – Land umzuziehen, ohne Spanier, Brite, Franzose, etc. zu werden. Genauso verhält es sich mit deutschen Staatsbürgern, die sich irgendwo auf der Welt mit einem Touristenvisum niederlassen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Auswanderung, sondern um einen Umzug in ein anderes Land, welcher da teilweise zeitlich befristet ist. Nämlich dann, wenn keine Visaverlängerung mehr ausgestellt wird.
Wer aus Deutschland auswandert, der stellt normalerweise Anträge bei einer anderen Botschaft, denn der Auswanderungsprozess ist schwierig, nervenaufreibend und langwierig. Wer hingegen nur eben mal so die Koffer packt und in ein EU – Land oder Touristenressort zieht, sollte sich nicht Auswanderer nennen.

Warum wollen Menschen berühmt sein?

Warum wollen viele Leute berühmt werden? Kann man nicht auch ohne Erfolg, 50,000 Facebook oder Twitter Follower bzw. Youtube Subscriber glücklich sein? Wozu muss man unbedingt berühmt sein, um mehr Glück im Leben auszustrahlen?
Als ich in den Achtziger Jahren aufwuchs, träumten viele junge Leute davon berühmt zu werden. Als Schauspieler oder als Popsänger. Man gründete eine Band und auch ich war Bandmitglied. Allerdings existierte die Band nur ein oder zwei Wochen, denn dann hatten sich alle Mitglieder verkracht.
Zu der Zeit hatte man es irgendwann mit seiner Band geschafft oder nicht. Und wenn nicht, war Zeitpunkt der Berühmtheit vorüber, wie für fast alle von uns.
Alles änderte sich mit dem Internet, Youtube und all dem Social Media Gedöns. Zuerst hatten die Leute einfach nur Spaß und wollten Neues ausprobieren. Als dann der Faktor Geldverdienen hinzukam, lief alles immer mehr aus dem Ruder. Einst sollte das Internet als kostenlos Informationsquelle dienen, doch mittlerweile will jeder kleine Humptydumpty Geld verdienen. Selbst dann, wenn er gar nichts zu sagen hat, sondern Inhalte stiehlt bzw. abkopiert.
Die neuen Generationen definieren sich durch die Anzahl der LIKES. Leute werden zu Selbstdarstellern und machen sich für jedes Like nackt. Nicht im wörtlichen Sinne wie die Youtuberin Katja K., doch wird das gesamte Privatleben als Vlog auf Youtube gestellt. Ein paar Likes geben einem dann eine Viertelstunde Zufriedenheit und Anerkennung.

 

 

Man merkt offenbar, dass ich einer anderen Generation angehöre, denn ich stelle keinerlei Privatphotos in meine Blogs. Keine Room Tour, kein gar nichts. Wichtig sind meine Inhalte und nicht ich oder mein Zuhause. Berühmt will ich als Introvertierter absolut nicht sein. Eher das Gegenteil. Ein stinknormaler Otto Normalverbraucher, ohne Ruhm und Fans.
Klingt das langweilig?
Heutzutage schon, aber mir sich meine richtigen Freunde bzw. Family wichtiger als Social Media.

Nischenblogs & Hühnerstall

Vor ein paar Jahren galt ein Nischenblog noch als eine Art Expertenratschlag. Blogger, die sich mit dem Segelfliegen, kleinen Spielzeugeisenbahnen, Kleintieren oder Fahrradluftpumpen auseinandersetzten, verfügten über ein exzellentes Spezialwissen auf ihrem Gebiet. Mittlerweile aber machen sich mehr und mehr 08 / 15 Abzock – Blogger mit ihren Nischenblogs breit.
Ein Beispiel:
Ein Blogger eröffnet mehrere Blogs. Zum Beispiel zum Thema „Wo kaufe ich einen Hühnerstall?“ oder „Wo kriege ich die beste Hundehütte her?“
Bei meiner Google Suche landete ich auch gleich auf einem Blog, der Hühnerställe aller Art anbietet. Der Name des Bloggers wird nicht genannt und ein Impressum existiert auch nicht. Ich dachte immer, dass in Deutschland das Impressum auf einem Blog gesetzlich vorgeschrieben ist.
Der Hühnerstall – Typ hat keine Ahnung von Hühnern, sondern kopierte lediglich ein paar allgemeine Infos aus dem Internet in den Blog. Dafür aber führt unter jedem Hühnerstallbild ein Direktlink zu Amazon. Bei jedem Kauf erhält der Blogger von Amazon eine Provision. Und die ist der alleinige Sinn und Zweck des Blogs und nicht etwa die Hühner.
Gleichzeitig betreibt derselbe Blogger noch weitere Affiliate Blogs zu weiteren ihm unbekannten Themen. Aber egal, er will die Leser zu Amazon locken, damit sie kaufen.
So schaut heutuztage die Nischenblogger Abzocke aus. Hauptsache Geld und um das Fachwissen schert sich niemand mehr.