Leute, die nicht studiert haben, lügen in ihrem Facebook Profile

Was mir seit einiger Zeit auffällt ist, dass diverse deutsche digitale Nomaden oder Ex – Nomaden in ihrem Facebook Profile angeben, sie hätten an einer Uni studiert. An der TU Berlin oder anderen Unis. Und das von Leuten, die gerade einmal 20 Jahre alt sind und nach dem Abi ihre Ausbildung abbrachen. Plötzlich wird da auf Facebook angegeben, man habe studiert und und und.
Oder, anderes Beispiel, es wird ein Studium angegeben, obwohl derjenige nur ein Semester lang durchhielt. Stattdessen aber ist auf Facebook zu lesen: BWL Studium.
Klar, wird auf Facebook und in der gesamten Social Media Welt gelogen, dass sich die Balken biegen. Bevor man sich jedoch geschäftlich mit solchen Leuten abgibt, sollten Erkundigungen eingezogen werden. Wenn nötig, bei der Uni anrufen oder mal nachfragen, wer denn so die Profs waren. Untereinander haben wir uns zu meiner Studentenzeit bei Studentenjobs immer rege ausgetauscht und ein schwarzes Schaf wäre da sofort hochgegangen.

Selbstständig machen ohne Eigenkapital und kaufmännische Kenntnisse?

Wer eine Existenzgründung plant und sich zudem noch Räumlichkeiten mietet, der MUSS über eine größere Summe an Eigenkapital verfügen. Online Marketing Scammer wie Youtuber Robert Gladitz hingegen suggerieren ihrem meist jungen unerfahrenem Klientel, dass alles möglich sei. Eigentkapital? Egal, denn es gibt ja Crowdfunding. Kaufmännisches Wissen bzw. Erfahrung? Braucht man nicht, denn man muss halt nur an seinen Erfolg glauben. Businessplan? Ist doch eh wurscht, denn man ist ja hochmotiviert. Wer gerade einmal die erste Miete und die Kaution per Crowdfunding zusammenbekommt, gleichzeitig aber ohne Büromöbel und jeglichem Equipment dasteht, der bittet dann halt sein Klientel um kostenlose Sachspenden. So einfach geht das heute.
Die Realität zeigt, dass kleine Existenzgründer, insbesondere jene, ohne richtigem Produkt und Konzept und ohne ausreichendem Eigenkapital nicht lange überleben. Wer sich vorerst mit seiner eigenen Wohnung oder der berühmten Garage als Räumlichkeit zufrieden gibt, hat eine Chance, Kosten zu sparen. Als blutiger Anfänger auf dicke Hose machen und riesige Räumlichkeiten anzumieten, ist zwar beliebt, doch scheitert die Mehrheit bereits an den fälligen Mietzahlungen. Anstatt sich vor einer Gründung mit der IHK oder einem Kaufmann zu beraten, übernehmen sich die Gründer.
Als BWLer kann ich von derlei unbedarften Aktionen nur abraten. Wer gründen will, der sollte dies zu Beginn in einem kleinen Rahmen tun und schauen, dass er zumindest kostendeckend arbeitet. In den ersten Jahren ist es wichtig, die Kosten reinzubekommen. Gewinne stellen sich erst nach einem längeren Zeitraum ein und bis dahin sichert das Eigenkapital ab.
Mit „kleinem Rahmen“ meine ich, dass vorerst der Job nicht gekündigt wird und das Online Business (oder was auch immer) nebenher läuft. Stellt sich der Erfolg ein, kann immer noch kalkuliert werden, ob sich die Aufgabe eines festen Arbeitsplatzes lohnt. Allerdings zeigt sich das erst im späteren Verlauf.
Okay, wer kurzfristig irgendwie abzocken will, der kann auch ohne Businessplan loslegen. Wer dagegen langfristig denkt und sich ebenso langfristig eine Existenz aufbauen will, der muss sich gründlichst informieren. Vom Finanzamt bis hin zu kostenlosen IHK oder jeglichen OFFIZIELLEN Gründerkursen. Damit meine ich jedoch keine Scammer Kurse auf Youtube oder sonst im Internet.